Feedback aus dem eigenen Umfeld ist ebenfalls hilfreich zur Berufsorientierung. Wie sehen wir uns und wie sehen andere uns? Von unserem Umfeld erfahren wir aber auch, wie andere Menschen ihren Weg in die Berufswelt gefunden haben. In der Psychologie sagt man: Wir lernen durch Beobachtung.
Und noch viel besser lernen wir, wenn wir Fragen stellen. Sucht euch also die Menschen, die in eurer Zielbranche tätig sind, möglicherweise sogar euren Traumjob ausüben und fragt sie aus. Stellt ihnen alle Fragen ganz ohne Scheu, denn sie liefern authentische Antworten für eure Orientierung. So erfahrt ihr beispielsweise etwas über konkrete Einstellungen und Verhaltensweisen, die in dem jeweiligen Job dominieren. Ein Polizist/eine Polizistin wird euch vielleicht darüber aufklären, dass Polizeieinsätze immer auch große Gefahren bergen und hierbei großes Konfliktpotential herrscht. Jedoch: Angehende Auszubildende werden auf körperliche Angriffe vorbereitet, müssen aber auch psychologische Tests durchführen – und besonders wichtig ist ein bestandener sportlicher Leistungstest, der es in sich hat. Nach all diesen praxisnahen Erkenntnissen bleiben persönliche Fragen übrig, die man für sich selbst beantworten muss: Kann ich diese Anforderungen erbringen? Traue ich mir zu, diese Erfahrungen zu machen? Passen die für den Beruf notwendigen Charaktereigenschaften zu mir?
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Auch wenn Berufsorientierung heutzutage vielfach digital absolviert werden kann, so sollten die traditionellen Wege wertgeschätzt werden. Dazu gehören beispielsweise die Chancen, die vielleicht ein Tag der offenen Tür bietet, um mit Leuten authentisch vor Ort ins Gespräch zu kommen. Denn: Nichts geht über ein persönliches Gespräch von Angesicht zu Angesicht.
Generell ist Berufsorientierung wie bereits erwähnt ein Prozess. Es geht nicht nur um ein Praktikum oder einen Nebenjob. Es geht um die schrittweise Sammlung von unterschiedlichen beruflich orientierten Erfahrungen. Und Schritt für Schritt nähern wir uns der Erkenntnis an, welcher Job wirklich gut zu uns passt. Scheitern muss hierbei erlaubt sein. Manchmal erfährt man erst durch einen Umweg von der Schönheit mancher Dinge, die man ansonsten gar nicht bemerkt hätte. Ebenso, wie nicht jeder Job für einen geeignet ist, gibt es zahlreiche unterschiedliche Stellen, die optimal zu einem passen. Auf der Suche darf man auch in Sackgassen gelangen, indem man einen Job kündigt, oder umkehren, indem man umschult. Hauptsache ist, dass man schlussendlich den Job ausübt, der ideal zu einem passt und mit Freude verbunden ist.